Karsta Lipp

1960 in Berlin geboren
seit 1989 Beschäftigung mit der Malerei
1995 – 1998 Privatschülerin bei der Malerin Heike Kelter
1995 – 1998 Grafik-Design Studium an der Grafik-Design-Schule in Anklam
1998 – 2004 jährlich Studienaufenthalte in Marokko und Tunesien, seit diesem Jahr
Teilnahme an den Aktkursen des Malers und Bildhauers Achim Niemann,
der insbesondere in den Jahren 2000 – 2001 zu einem wichtigen Mentor wird
2003 Teilnahme am deutsch-französischem Lithographie-Pleinair in Marcilhac/Frankreich
seit diesem Jahr jährliche Studienaufenthalt auf den Kykladen
2004 einmonatiges Arbeitsstipendium der Schweizer Thyll-Stiftung auf Elba

lebt und arbeitet in Berlin

seit 2002 zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
weitere Informationen unter Karsta Lipp: www.karstalipp.de

Werke von Karsta Lipp befinden sich in verschiedenen privaten Sammlungen.

 

Text: (von Kathleen Krenzlin)

Von dem Maler Edmund Kesting stammt der Satz: „Ich bin von der Fotografie zur
Malerei und von der Malerei zur Fotografie gekommen. Inneres Geschautes zeigen
meine Bilder, äußeres Geschautes meineFotogestaltungen.“

Karsta Lipp wandte sich verhältnismäßig spät der Malerei zu. Spät innerhalb ihres
eigenen Lebens und spät auch innerhalb ihrer eigenen künstlerischen Entwicklung.
Die Fotografie aber ist ein Kontinuum dabei und eine der Bedingungen ihrer Bilder
geworden. Wer ihre Fotografien sieht, ahnt ihre Bilder und wer ihre Bilder sieht,
kann den fotografischen Blick spüren.
Am Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit waren es vor allem zeichnerische und
malerische Studien, die sie in Anspruch nahmen. Sie studierte die menschliche Figur
aber auch die Fläche, welche dem Künstler zur Verfügung steht. Eine eigene Bildsprache,
in der Karsta Lipp auf ihren Bildern Figur, Fläche und Raum miteinander zu verweben
und Wirklichkeiten neu zu erschaffen begann, setzte sich mit gewonnener Souveränität
und Sicherheit durch, so wie diese umgekehrt zur Ausprägung eines individuellen Formen-
und Themenkanons beitrugen. Ihre Motive sind dem Alltag entnommen. Aber es ist nicht
der Alltag, dem wir so ohne weiteres begegnen. Es ist ein besonderer, vor allem besonders
gesehener Alltag, einer, dem ein forschender Blick auf künstlerische Eigentümlichkeit und
Verwertbarkeit vorausging. Manchmal so gut wie im Vorbeigehen erkannt, manchmal
zielstrebig gesucht. Es ist die ungekünstelte Authentizität des Lebens, die Karsta Lipp
fasziniert, der brüchige Charme seiner sorglos hinterlassenen Spuren, aber auch seine
unbekümmerte Gegenwart. Sie sucht Karsta Lipp in ihren Bildern festzuhalten und zu
steigern. Dabei ist ihre Malerei ganz und gar von Farbe und Licht, Linie und Fläche gebannt,
der Verschachtelung des Raums, der Verschränkung der Zeit. Der Stoff, aus dem sie gewoben
ist, der Gegenstand ihrer Bilder, bildet vor allem das Fundament für die Darstellung
malerischer Ereignisse.
Wie in der hier gezeigten Arbeit „Koy“ können Gegenstände, Figuren und Räume in einen
eher fremdartig anmutenden Zusammenhang gebracht werden, um dadurch die Faszination
einer bestimmten Situation oder eines bestimmten Ortes bildhaft zu machen. Die großen
Pflanzen im Bild befördern die Irritation zwischen Innen und Außen, das graue Blau und gelbe
Rot wecken die Assoziation an Schiffskörper und Meer. Erst langsam ertastet das Auge die vor
einer Wand mit Fotos sitzende Figur im Hintergrund, beginnt sich der Raum zu ordnen, die
Szenerie zu erschließen. Sie ist am Ende bedeutungslos. Schön sind die Flächig- und Farbigkeit
des Bildes, welche die Verknüpfung der räumlichen und zeitlichen Ebenen erzeugt.